Personen in unterschiedlichen Alltags-Situationen

Gut zu wissen: Darum sollten Sie Ihre Hörgeräte ständig tragen!

Artikel aktualisiert am 16.06.2020

Der Umgang mit dem Hörgerät fällt bei Nutzern sehr unterschiedlich aus. Viele Menschen sehen es bloß als gelegentliches Hilfsmittel und tragen es nur unterwegs oder in Gesellschaft. Nicht selten empfinden sie das Gerät als lästig und das Tragen ist ihnen unangenehm.

Für Andere wiederum ist das Hörgerät ein ständiger Begleiter und wird nur zum Schlafen beiseite gelegt. Einen Alltag ohne Hörgerät würden diese Menschen als mangelhaft erleben.

Die verschiedenen Nutzungsweisen sind nicht nur mit unterschiedlichem Empfinden verbunden, sondern beeinflussen auch den Erfolg, den die Nutzung eines Hörgerätes haben kann. Es zeigt sich, dass die Dauer-Nutzer ihre Lebensqualität durch das Gerät als verbessert empfinden und bei Messungen des Hörverstehens schneiden sie deutlich besser ab. Das dauerhafte Tragen zahlt sich also aus. Aber wie kommt das? Das wollen wir Ihnen im Folgenden kurz erklären, damit auch Sie so gut wie möglich von Ihrem Hörgerät profitieren können.

Das Gehirn ist ein „Gewohnheitstier“

Die Nutzung eines Hörgerätes ist für viele Träger zunächst irritierend oder sogar unangenehm, denn die Umgebungsgeräusche werden plötzlich wieder detaillierter und deutlicher wahrgenommen und können überfordernd wirken. Das liegt daran, dass sie das Gehirn nicht mehr kennt und als unbekannt einstuft. Wird das Hörgerät dauerhaft getragen, werden die Geräusche und Klänge aber zur Normalität. Das Gehirn lernt sie wiederzuerkennen, gewöhnt sich daran und man wird nicht mehr durch sie irritiert. Dieser Gewöhnungseffekt kann nicht oder weniger gut eintreten, wenn das Hörgerät nur ab und zu genutzt wird. Die Folge: die Geräuschkulisse bleibt befremdlich und das Tragen des Hörgerätes unangenehm.

Auch das Ohr muss trainiert werden

Dass Muskeln verkümmern, wenn sie nicht trainiert werden, wissen die meisten Menschen. Dass dies aber auch für die Hörnerven gilt, ist weniger bekannt. Erhalten unsere sensiblen Hörnerven dauerhaft zu wenig akustische Reize, können sie verkümmern. Sie funktionieren dadurch immer weniger gut und Geräusche und Sprache erscheinen immer undeutlicher. Der Fachbegriff für diesen Effekt heißt „Deprivation“. Wer das vermeiden und den Hörsinn zu gut wie möglich erhalten möchte, der sollte sich frühzeitig für eine Hörgerät entscheiden und dieses dann auch dauerhaft nutzen. So erhalten die Hörnerven weiterhin ausreichend Stimulation und bleiben funktionsfähig.

Gutes Hören führt zu besserem Hören

Gehirn und Nerven lassen sich also trainieren und die Hörfähigkeit lässt sich damit erhalten – aber oft ist noch mehr möglich. Unser Körper ist sehr anpassungs- und regenerationsfähig. Das gilt auch für das Hörvermögen. Wird es langfristig gefordert und stimuliert, können sich verkümmerte Nerven regenerieren oder sogar neu bilden. Auch das Gehirn kann bei der Reizverarbeitung stetig dazulernen. Wird ein Hörgerät ständig getragen und das Hörvermögen dadurch dauerhaft gefordert, kann sich das Hörverstehen also nach einiger Zeit sogar verbessern.

Vielleicht gehören auch Sie zu den Menschen, die sich mit ihrem Hörgerät bislang nicht recht anfreunden konnten.

Mit unseren Informationen im Hinterkopf geben Sie ihm aber vielleicht eine neue Chance ihre Lebensqualität zu verbessern. Sie werden sehen: Die dauerhafte Nutzung wird Ihnen nach einer Weile deutliche Verbesserungen bringen und Ihnen nicht mehr lästig, sondern unverzichtbar erscheinen!

Bitte erlauben Sie uns die Nutzung von Cookies. OK