Verschiedene Hörgeräte

Frequenzkanäle: Wie bei Hörgeräten die Arbeit eingeteilt wird

vom 24.07.2020

Klänge können vom menschlichen Gehör sowohl in der Tonhöhe als auch in der Lautstärke besonders fein unterschieden werden. Neuartige Hörgeräte setzen eine clevere Strategie ein, damit sie beim Hören die feine Klangwahrnehmung berücksichtigen.

Hohe und tiefe Tonarten

Lässt das Hörvermögen nach, dann sind hohe Töne häufig viel stärker betroffen im Gegensatz zu tiefen. Das heißt, dass hohe Klänge lauter wiedergegeben werden müssen. Allerdings sind die tiefen lediglich geringfügig zu verstärken. Umso feiner ein Hörgerät unterscheiden kann, was wie viel verstärkt wird, desto ausgewogener kann es auf die entsprechende Hörkurve des Trägers eingestellt werden.

In feine Scheiben wird der Klang eingeteilt

Neuartige Hörgeräte teilen den Bereich zwischen hohen und tiefen Tönen in Scheiben auf. Hier ist von Kanälen die Rede. Jeder Kanal verfügt über einen bestimmten Klangbereich. Der Kanal schließt sich daran mit den entsprechend tieferen oder höheren Tönen an. Ein Hörgerät hat die Möglichkeit, in jedem Kanal die Verstärkung unabhängig von dem daneben liegenden einzuregeln.

Nicht überall ist dieselbe Lärmempfindlichkeit gegeben

In den Tonbereichen ist nicht nur der Hörverlust unterschiedlich. Selbst die Sensibilität für Leises und Lautes kann zudem von den Tiefen bis zu den Höhen besonders stark abweichen. Damit besteht die Möglichkeit, dass eine Person die tiefen Bässe von der Stereoanlage noch besonders laut toleriert, jedoch das Quietschen einer Bremse ein erhebliches Unbehagen auslöst. Daher können die Hörgeräte in allen Kanälen die Regelung für Leises und Lautes unabhängig von dem jeweils danebenliegenden regeln. Damit bleibt der Bass beispielsweise weiterhin laut. Allerdings wird die Quietschbremse verringert.

Geräusche und Sprachen finden

Hörgeräte möchten Sprache möglichst hervorragend wiedergeben. Zugleich soll eine Reduzierung des Lärms stattfinden. Sie suchen in allen Kanälen nach Lärminformation und Sprachsignalen, sodass das sehr gut gelingt. Bei Kanälen mit Sprache erfolgt eine sehr feine Wiedergabe, während Kanäle mit Lärm zurückgeregelt werden, um so wenig wie möglich zu stören.

Durch mehr Kanäle gibt es eine feinere Wiedergabe

Es ist wichtig für die Feinheit der Wiedergabe und die Möglichkeit bei der Feineinstellung, wie viele Kanäle ein Hörgerät hat. Umso mehr, desto besser können Problembereiche erkannt und beseitigt werden. Je weniger, desto gröber ist die Wiedergabe an das Hörvermögen anzupassen. Die moderne Spitzentechnologie der Hörakustikmesse verfügt über 20 Kanäle. Sie sind in tiefe bis hohe Töne unterteilt, also in mehr als 20 unabhängige, feine Klangbereiche. Somit sind unvorstellbar detaillierte Anpassungen an das Gehör möglich. Als Vergleich: Die derzeitigen Einsteiger-Hörgeräte haben lediglich zwischen vier und sechs Klangkanäle.

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