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Klingt gar nicht wie ein Hörgerät

Artikel aktualisiert am 16.10.2020

Das ist eine seltsame Aussage, mit der Widex sein neuestes Produkt bewirbt. Moment heißt die neue Hörgeräte-Familie des dänischen Herstellers. Wir brennen darauf, uns das einmal näher anzuschauen.

Selbstversuch: So klingt Widex Moment wirklich

Bevor wir irgendwelche technischen Infos studieren, schnappen wir uns ein Pärchen Widex Moment und probieren die neuen Hörgeräte selber aus. Und tatsächlich – der erste Eindruck ist ganz anders als bei anderen Hörgeräten. Wir haben das Gefühl, gar kein technisches Gerät am Ohr zu haben. Unsere Umgebung klingt ganz natürlich, als wäre da nichts. Gleichzeitig können wir außerordentlich gut verstehen. Jetzt werden wir doch neugierig und werfen einen Blick hinter die Kulissen.

PureSound – ohne Umweg ins Ohr?

Widex erklärt uns, dass der typische Hörgeräteklang durch die zeitliche Verzögerung entsteht, mit der vom Hörgerät verstärkter Schall ans Trommelfell gelangt. Der eintreffende Schall wandert zunächst durch die Mikrofone. Anschließend wird er so modifiziert, dass er in Lautstärke und Klang den Bedürfnissen des Hörgeräte-Trägers entspricht. Das braucht einen Augenblick Zeit und dauert wenige Millisekunden.

Normalerweise macht das gar nichts aus und ist auch kaum wahrnehmbar. Aber meistens ist der Gehörgang nicht völlig verschlossen. Durch Belüftungsbohrungen oder offen gestaltete Otoplastiken gelangt der Schall auch direkt ans Trommelfell. Dieser Direktschall überholt den Hörgeräte-Schall und ist einen klitzekleinen Moment schneller im Ohr. Diese winzige Differenz kann durchaus wahrnehmbar sein und zu akustischen Artefakten führen. Meistens sind die gar nicht störend, aber es ist eben nicht ganz der natürliche Höreindruck.

Widex Moment gibt es in verschiedenen Modellen, z.B. in einer aufladbaren Variante.

Im Widex Moment machen sich die dänischen Audiologen diese Erkenntnis zu Nutze. Sie haben die Durchlaufzeit der Signalverarbeitung nochmal ordentlich gedrückt. Der Schall wandert jetzt mit weniger als 0,5 ms durch das Hörgerät und kommt damit quasi verzögerungsfrei am Trommelfell an. Widex gibt dem Ergebnis den Namen PureSound und setzt damit neue Maßstäbe.

Für wen sind PureSound-Hörgeräte geeignet?

  • Für Einsteiger: Menschen, die erstmals ein Hörgerät tragen wollen, könnten von der Widex PureSound-Technologie profitieren.
  • Für Menschen mit leichtem bis mittlerem Verstärkungsbedarf: Auch hier hat Widex Moment Chancen auf großen Erfolg.
  • Für Skeptiker: Menschen, die schon Hörgeräte ausprobiert haben, sich aber bisher nie damit anfreunden konnten, könnten von PureSound positiv überrascht werden.

Was kann Widex Moment noch?

  1. Sound Class – Das ist die bewährte Hörbibliothek, die Widex schon seit Jahren in seinen Hörgeräten hinterlegt. Damit haben sie eins der leistungsfähigsten Automatikprogramme im Markt. Typische Hörsituationen wie Sprache, Gesellschaft, Fahrzeug oder Musik sind als wiedererkennbares Muster im Hörgerät abgespeichert und können ganz nach Kundenwunsch angepasst werden.
  2. Sensogramm – Das Sensogramm ist das Herzstück aller Widex Hörgeräte. Es ist ein spezieller Hörtest, der direkt über das Hörgerät erstellt wird und individuelle Gegebenheiten wie den Sitz des Hörgerätes im Ohr oder die Größe der Belüftungsbohrung mit berücksichtigt.
  3. WidexLink – Die Widex-eigene Funktechnologie ist auch in Moment enthalten und verbindet die Hörgeräte mit allerhand Zubehör, z.B. mit einer Fernbedienung, einem TV-Streamer oder sogar mit einem passenden Festnetztelefon.

Wir sind begeistert von Widex Moment und denken, dass sich die PureSound-Technologie sehr schnell bei seinen Nutzern beliebt machen wird.

Technische Testbericht jetzt abrufbar

Für Hörgeräte der Moment-Familie von Widex hat unser Hörgeräte-Testteam auch technische Beurteilungen mit Gesamtnote erstellt. Die Testberichte sind jetzt abrufbar:

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