Frau im Wald

Tinnitus und das schlechte Hören: Niedrigwasser im Gehörgang

Artikel aktualisiert am 22.06.2020

Ein lästiges Geräusch im Ohr kann einem den gesamten Tag madig machen. Das unangenehme Piepsen und Rauschen verhindert, dass wir entspannen können und bringt uns aus der Ruhe. Weshalb der Tinnitus häufig mit einem Hörverlust auftritt, erklären wir anhand eines Beispiels.

Tinnitus: Irritierende Geräusche verursachen Schrecken

Es gibt verschiedene Arten von lästigen akustischen Erscheinungen. Manchmal pfeift es schrill, ein anders mal ist ein nerviges Rauschen zu hören. Eine Sache haben alle Arten der Ohrgeräusche aber gemeinsam: Sie irritieren und nerven ordentlich. Ein Tinnitus verwirrt und macht unsicher: Was stimmt gerade nicht? Warum habe ich dieses lästige Geräusch im Ohr? Ein Tinnitus hat zum Glück in den meisten Fällen keine bedrohliche körperliche Ursache.

Das Fahrrad im See

Wassermangel und Dürre haben den Sommer 2019 bestimmt. Viele Wochen blieb der Regen in den meisten Gegenden der Bundesrepublik aus und das führte dazu, dass der Pegel der Flüsse und Seen im gesamten Land immer niedriger wurde. Mancherorts war der Pegel sogar so tief, dass längst verschwunden geglaubte Gegenstände zum Vorschein kamen. Ein kleines Feld, ein versunkenes Fahrrad oder ein Auto ragten dann plötzlich aus dem Fluss oder See. Und hier kommt der Tinnitus ins Spiel, denn er hat viele Ähnlichkeiten zu einem versunkenen Auto. Der Wasserpegel hingegen hat Parallelen zu unserem Hörvermögen. Wenn der Pegel hoch ist, ist das Auto vom Wasser bedeckt und niemand sieht es. So verhält es sich auch mit dem Ohr. Ist das Hörvermögen gut, sind die Ohrgeräusche auch nicht wahrnehmbar.

Wenn der Ohrenpegel sinkt

Tinnitus und Hörvermögen im Vergleich

Dazu muss gesagt werden, dass jeder Mensch verschiedenen Ohrengeräusche besitzt. Wenn wir uns in absoluter Stille befinden ist beispielsweise das pulsierende Blut der Adern hörbar. Auch andere Grundgeräusche erzeugt unser Ohr im Laufe des Tages und der Nacht. Wir nehmen es nur nicht war, da es in unserem Alltag kaum Momente der absoluten Stille gibt. Schon das Atemgeräusch oder das Rascheln des Oberteils reichen aus, um die rauschenden oder pfeifenden Geräusche im Ohr zu überlagern.

Lässt jetzt das Hörvermögen nach, also sinkt der Wasserpegel, gelangen die bisher verdeckten Geräusche in unser Bewusstsein. Darum beginnen Schwerhörigkeit und andere Hörprobleme oft mit Ohrgeräuschen. Dabei sind die Geräusche umso lauter und deutlicher, je stiller es in der Umgebung ist.

Eine simple Lösung gegen Tinnitus

Die Hilfe ist dabei recht simpel: Der Tinnitus verschwindet, sobald das normale Hörvermögen wiederhergestellt werden. Das tragen eines Hörgerätes kann hier beispielsweise Abhilfe schaffen. Die Akustik hinter dem Ohr macht die Umgebung lauter und lässt den nervigen Tinnitus dadurch verschwinden. Er verschwindet sozusagen wieder unter der Wasseroberfläche und ist nicht mehr vorhanden – ganz so wie das Auto, welches von den steigenden Pegeln wieder verdeckt wird.

Bitte erlauben Sie uns die Nutzung von Cookies. OK