Schwerhörigkeit 2024: Ab wann braucht man ein Hörgerät? - Hörgeräte-News

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Schwerhörigkeit 2024: Ab wann braucht man ein Hörgerät?

Wann ist ein Hörgerät erforderlich? In unserem Beitrag erfahren Sie alles zum Thema Schwerhörigkeit und Hörgeräte.

Schwerhörigkeit: Brauche ich ein Hörgerät?

In dem Moment, wenn Sie sich diese Frage stellen, haben Sie für sich bereits erkannt, dass sich Ihr Hörvermögen nachteilig verändert hat. Wir möchten Ihnen mit diesem Beitrag Informationen an die Hand geben, aufgrund derer Sie bereits vorbereitet zum Hörtest bei Ihrem Hals-Nasen-Ohrenarzt oder auch dem Hörakustiker gehen können.

Ursachen und verschiedene Arten von Schwerhörigkeit

Schwerhörigkeit ist eine vorübergehende oder dauerhafte Einschränkung des Hörvermögens.

Erinnern Sie sich an Ihre letzte Erkältung? Haben Sie alles wie durch Watte gehört? Oder wenn sie mit dem Auto oder der Seilbahn große Höhenunterschiede bewältigen? Wenn es sich anfühlt, als würden Ihre Ohren „zufallen“? Diese vorübergehenden Schwerhörigkeiten entstehen durch Unter- oder Überdruck im Mittelohr und lassen sich in der Regel durch Gähnen oder durch pusten in die zugehaltene Nase wieder beheben, ist also vorübergehend. Auch kann es durch übermäßig viel Cerumen zu einen Verschluss des Gehörganges kommen, der das Hören beeinträchtigt. Ein Gang zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt kann Ihnen diesen Pfropfen problemlos entfernen.

Ein plötzlicher Hörsturz kann bei guter und schneller Behandlung vorübergehend sein. Manchmal bleiben hier aber leider auch dauerhafte Einschränkungen zurück.

Weitere Schwerhörigkeiten entstehen durch mechanische Fehlfunktionen. So kann z.B. das Trommelfell durch starke Vernarbungen oder durch ein Loch in seiner Schwingungsfähigkeit eingeschränkt sein, die Bänder der Gehörknöchelchenkette zu schlaff oder zu straff sein. Manchmal kann es auch zu Verknöcherungen der Gehörknöchelchen kommen. All dies behindert die Weiterleitung des Schalls ins Innenohr. Daher kommt auch der Überbegriff „Schallleitungsschwerhörigkeit“. Unbehandelt bleiben diese dauerhaft, aber von Fall zu Fall kann durch medizinische Eingriffe die Fehlfunktion behoben und damit das Gehör wieder hergestellt werden.

Anders sieht es aus, wenn im Ohr alle Mechanismen einwandfrei funktionieren, aber die Haarsinneszellen in der Hörschnecke ihre Arbeit nicht mehr richtig machen. Sie können durch massive oder dauerhafte Lärmeinwirkungen geschwächt sein. Ebenso wie durch Abnutzung und Verschleiß. Sie leiten die eingehenden Signale weiter an die zum Gehirn führenden Nervenbahnen. Auch hier kann es zu Störungen der Signalempfindung kommen. Wir sprechen in diesen Fällen von einer „Schallempfindungsschwerhörigkeit“.

Mögliche Früherkennung und Diagnose

Prinzipiell gilt, wie bei allen Gesundheitsthemen, aufmerksam zu sein und eine ärztliche Untersuchung bei plötzlichen Veränderungen bzw. Beschwerden nicht auf die lange Bank zu schieben.

Außerdem ist es ratsam, ab 40 Jahren jährlich einen Hörtest zu machen und die Ohren damit in die Vorsorge mit einzubinden. Denn eine Schwerhörigkeit, die auf Verschleiß beruht, kommt schleichend. Sie gewöhnen sich an die sich langsam veränderten Klangeindrücke und bemerken eine Schwerhörigkeit evtl. erst, wenn Sie von Ihrem Umfeld darauf angesprochen werden oder wenn Sie bereits die Freude an der Kommunikation verlieren.

Gehen Sie bei plötzlich auftretenden Beschwerden oder Schmerzen immer zu Ihrem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dieser wird nach Abklärung der Symptome weiterführende Tests mit Ihnen durchführen und evtl. Medikamente verordnen.

Zur reinen Vorsorge bzw. einem Hörtest, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Gehör nachlässt, können Sie neben dem Hals-Nasen-Ohren-Arzt auch einen Hörakustiker aufsuchen.

Beide werden nach einem Vorgespräch messtechnisch Ihre Hörleistung ermitteln.

Wann gilt man als schwerhörig? 

Dazu nehmen wir uns zuerst einmal der offiziellen Einteilung der Weltgesundheitsorganisation WHO an, die von den Krankenkassen zur Beurteilung herangezogen wird:

Grad der HörschädigungDezibel
Keine Beeinträchtigungbis 25 dB
Geringe Beeinträchtigung26 – 40 dB
Mittlere Beeinträchtigung41 – 60 dB
Starke Beeinträchtigung61 – 80 dB
Hochgradige Beeinträchtigungab 81 dB

Für die Berechnung der Dezibel wird aus einem Audiogramm der Mittelwert aus den Messergebnissen bei den Tonlagen 500 Hz, 1000 Hz, 2000 Hz und 4000 Hz gebildet.

Als Beispiel:

Diese Einteilung gilt in dem Moment, wenn Sie die Krankenkasse, egal ob privat oder gesetzlich, zu einer Kostenbeteiligung heranziehen möchten.

Am Ende ist jedoch Ihr ganz persönlicher Höreindruck entscheidend, ob Sie sich technische Unterstützung holen möchten, oder nicht. Manche Menschen fühlen sich von einer minimalen Absenkung der Hörkurve bereits eingeschränkt, andere erst, wenn gar nichts mehr geht.

Wenn Sie noch nicht in die Indikation der Krankenkasse fallen, sich aber durch die Hörveränderung eingeschränkt fühlen, machen Sie sich selbst einen Eindruck und testen Sie Hörgeräte. Schließlich sind Sie nicht gezwungen, die Krankenkasse zu involvieren.

Wir haben Ihnen alles zum Thema in diesem Artikel zusammengefasst:

Symptome einer Schwerhörigkeit

Im besten Fall hat man ehrliche Bekannte oder Verwandte, die einen darauf aufmerksam machen, wenn sie den Eindruck haben, dass etwas nicht stimmt.

Wenn Sie selbst feststellen, dass Sie

  • die Fernsehlautstärke höher drehen müssen als noch vor einiger Zeit
  • ständig nachfragen müssen
  • falsche Antworten geben, die zu Irritationen oder Belustigungen führen
  • das Gefühl haben, dass heute niemand mehr deutlich spricht
  • im Gespräch mit mehreren Leuten nicht mehr mitkommen
  • Probleme haben, Fernsehfilmen zu folgen, Nachrichten dagegen verstehen Sie
  • Schwierigkeiten haben, wenn der Gesprächspartner sich wegdreht
  • den Radfahrer wieder einmal zu spät gehört haben, oder das E-Auto
  • die Vögel im Frühling auch immer weniger werden
  • der Wind nicht mehr in den Bäumen rauscht
  • der Blinker im Auto nicht mehr tickt
  • die Wanduhr auch keine Geräusche mehr von sich gibt
  • das Telefon gelegentlich überhören, oder die Türklingel
  • telefonieren keinen Spaß mehr macht, weil es Sie anstrengt

dann wird es Zeit, einmal einen unverbindlichen Hörtest durchführen zu lassen.

Was passiert, wenn ich meine Schwerhörigkeit nicht behandeln lasse?

Wir haben den schwerwiegenden Folgen einer unversorgten Schwerhörigkeit einen eigenen Artikel gewidmet, weil das Thema so wichtig ist. Lesen Sie hier alles nach:

Neben den im Artikel erwähnten Folgen treten mit fortschreitender Schwerhörigkeit zusätzlich auch psychosoziale Einschränkungen auf:

  • Rückzugsbedürfnis
  • Müdigkeit
  • Wut und Verstimmung
  • Frustration
  • das Gefühl der Unzulänglichkeit
  • erhöhte Belastung
  • höheres Erholungsbedürfnis
  • verminderte Lebensqualität
  • vermehrt depressive Gedanken
  • Vereinsamung
  • ….

Kann Schwerhörigkeit geheilt werden?

Im ersten Absatz haben wir Ihnen ein groben Überblick über die möglichen Ursachen für Schwerhörigkeiten gegeben.

Hörbeeinträchtigungen, die einen medizinischen Hintergrund haben, können zum Teil bei entsprechender Behandlung verbessert werden.

Eine Schwerhörigkeit, die durch Überbelastung des Gehörs oder Verschleiß auftritt, ist nicht reversibel.

Fazit

Die Frage, ab wann man ein Hörgerät braucht, ist nicht nur an Zahlen festzumachen, sondern auch an Ihrem Gefühl. Leider kann man eine Schwerhörigkeit nicht wegignorieren. Je früher man startet, desto leichter findet die Eingewöhnung statt und die Lebensqualität wird wieder hergestellt – beruflich und privat. Denn – nicht hören trennt von Menschen!

Avatar von Andrea Fox

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