Eigenmarken bei Hörgeräten 2026 - Hörgeräte-News

Eigenmarken bei Hörgeräten 2026

Wer sich für ein Hörgerät entscheidet, möchte verständlicherweise wissen, was hinter dem vorgeschlagenen Modell steckt. Welche Technik wird verwendet? Wie sind die Erfahrungen anderer Nutzer? Und wie schneidet das Gerät im Vergleich zu anderen Modellen ab? Umso frustrierender kann es sein, wenn sich online kaum Informationen finden lassen. In solchen Fällen handelt es sich nicht selten um ein Hörgerät einer sogenannten Eigenmarke.

Erfahren Sie hier grundlegend, was es mit diesen Eigenmarken auf sich hat.

Warum gibt es überhaupt Eigenmarken für Hörgeräte?

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, warum es überhaupt Eigenmarken und Privatlabels auf dem Hörgerätemarkt gibt.

Kleine und mittelständische Hörakustikbetriebe stehen im Wettbewerb oft großen Filialketten gegenüber, die über mehrere hundert Standorte verfügen. Während eine große Kette jährlich eine entsprechend hohe Anzahl an Hörgeräten einkauft und dadurch attraktive Konditionen bei den Herstellern aushandeln kann, ist die Verhandlungsposition eines einzelnen Fachgeschäfts naturgemäß deutlich begrenzter.

Aus diesem Grund schließen sich viele unabhängige Hörakustiker Einkaufsgemeinschaften an. Diese bündeln den Einkauf für ihre Mitglieder und treten gegenüber den Herstellern mit einer deutlich größeren Gesamtabnahmemenge auf. Davon profitieren die angeschlossenen Fachgeschäfte durch bessere Einkaufskonditionen, die sie allein oft nicht erreichen könnten.

Einige Hersteller stellen diesen Einkaufsgemeinschaften ausgewählte Modellvarianten zur Verfügung, die unter einer eigenen Bezeichnung vermarktet werden. Diese sogenannten Privatlabels oder Eigenmarken tragen zwar einen anderen Namen als das Originalmodell des Herstellers, die Technik im Inneren bleibt jedoch dieselbe. Prozessor, Signalverarbeitung, Funktechnik und die grundlegenden Funktionen entsprechen dem jeweiligen Originalgerät des Herstellers.

Nach demselben Prinzip arbeiten auch viele große Hörakustik-Ketten. Die Hörgeräte werden dort unter einer eigenen Markenbezeichnung angeboten, obwohl die technische Grundlage unverändert vom jeweiligen Hersteller stammt. Der andere Name auf dem Gehäuse bedeutet also nicht, dass ein anderes Hörgerät entwickelt wurde. Vielmehr handelt es sich um dieselbe Technik, die unter einer anderen Bezeichnung vermarktet wird.

Was ist der Nachteil von Hörgeräten mit Eigenmarke?

Im Alltag spielt die Bezeichnung eines Hörgeräts meist keine Rolle. Anders kann es jedoch aussehen, wenn Sie später den Hörakustiker wechseln möchten.

Einige Hersteller stellen für bestimmte Eigenmarken und Privatlabels eine eigene Anpasssoftware zur Verfügung. Auf diese Software haben häufig nur die Partnerbetriebe oder Mitglieder der jeweiligen Einkaufsgemeinschaft Zugriff. Ein anderer Hörakustiker kann das Hörgerät zwar erkennen, verfügt aber unter Umständen nicht über die notwendige Software, um Einstellungen vorzunehmen oder Anpassungen durchzuführen.

Wenn Sie einen Wechsel Ihres Hörakustikers in Betracht ziehen, sollten Sie daher vorab nachfragen, ob Ihr neues Fachgeschäft Ihre Hörgeräte programmieren kann. So vermeiden Sie unangenehme Überraschungen und stellen sicher, dass auch künftig Anpassungen, Nachkontrollen und Serviceleistungen problemlos möglich sind.

Warum finde ich mein Hörgerät nicht in der Datenbank?

Lange Zeit lag unser Schwerpunkt auf den Originalgeräten der Hersteller. Schließlich werden diese zuerst vorgestellt, technisch dokumentiert und von uns getestet. In der jüngeren Vergangenheit haben wir jedoch festgestellt, dass sich immer mehr Leser gezielt für Eigenmarken und Privatlabels interessieren. Deshalb erweitern wir unsere Datenbank seit einiger Zeit kontinuierlich um diese Modelle.

Da Eigenmarken häufig erst einige Zeit nach dem entsprechenden Originalgerät auf den Markt kommen, kann es vorkommen, dass ein Privatlabel noch nicht unmittelbar in unserer Datenbank verfügbar ist. Unser Ziel ist es, neue Eigenmarken nach und nach zu ergänzen und die Zuordnung zu den jeweiligen Originalgeräten transparent darzustellen.

Nicht jedes Privatlabel eines älteren Hörgeräts wird von uns nachträglich in die Datenbank aufgenommen. Unser Fokus liegt auf aktuellen Modellen und neuen Technikgenerationen, da diese für die meisten Interessenten besonders relevant sind. Auf diese Weise können wir unsere Inhalte kontinuierlich erweitern und gleichzeitig die Informationen zu den neuesten Hörgeräten aktuell halten.

In unseren Testberichten finden Sie deshalb zunehmend auch Hinweise auf entsprechende Eigenmarken sowie Verweise auf die jeweiligen Originalgeräte. Dort haben wir für Sie die zugrunde liegende Technik, besondere Funktionen und weitere interessante Hintergründe verständlich aufbereitet. Ein Blick in die verlinkten Beiträge lohnt sich also oft doppelt.

Welche Technik steckt dahinter?

Für Verbraucher ist oft nicht auf den ersten Blick erkennbar, welcher Hersteller tatsächlich hinter einem Privatlabel steht. Während manche Hörakustiker diese Informationen offen kommunizieren, spielen sie in anderen Fällen eine eher untergeordnete Rolle im Beratungsgespräch. Das kann zu Verunsicherung führen – insbesondere dann, wenn Kunden im Internet nach Informationen suchen und das eigene Hörgerät weder in Testberichten noch auf Vergleichsseiten finden.

Immer wieder begegnet uns dabei die Frage, ob hinter Eigenmarken möglicherweise ältere oder technisch abgespeckte Hörgeräte stecken. Dafür gibt es aus unserer Sicht keinen generellen Anhaltspunkt. Wenn Sie ein aktuelles Privatlabel-Hörgerät erhalten, können Sie grundsätzlich davon ausgehen, dass auch die zugrunde liegende Technik aus einer aktuellen Hörgerätegeneration stammt. Der andere Name auf dem Gehäuse sagt zunächst nichts über die Qualität oder den technischen Stand des Geräts aus.

Die folgende Übersicht zeigt beispielhaft, welche Hersteller hinter verschiedenen Eigenmarken und Privatlabels stehen. Sie macht deutlich, dass nicht jeder Name auf einem Hörgerät gleichzeitig auch den tatsächlichen Hersteller bezeichnet.

HerstellerEigenmarke / Private Label
StarkeyKIND, Audibel, NuEar, Telefunken
OticonKIND, SoniTon Personal, HHM, oton & friends, Amplifon
PhonakAmplifon
UnitronVista, AudioNova, Scala, SoniTon UP, ViO Kollektion
AudifonKIND
BernafonSoniTon Swiss, Hörex, Pro Akustik, Sonic
Diese Tabelle stellt nur exemplarische Beispiele dar und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und permanente Gültigkeit.

Hörgeräte werden von spezialisierten Herstellern entwickelt und produziert. Hörakustiker wählen aus diesen Produkten die passende Versorgung aus und passen die Geräte individuell an die Bedürfnisse ihrer Kunden an. Einige Hersteller betreiben zusätzlich eigene Fachgeschäfte oder gehören zu Unternehmensgruppen, die sowohl in der Entwicklung als auch im Vertrieb von Hörgeräten tätig sind. Es ist außerdem zu beobachten, dass inzwischen auch große Hörakustik-Ketten Hersteller übernehmen oder Beteiligungen an ihnen erwerben. Die betreffenden Hörgeräte bleiben in der Regel jedoch weiterhin für unabhängige Hörakustiker und andere Fachgeschäfte verfügbar.

Die eigentliche Forschung und Entwicklung moderner Hörgerätetechnik findet bei den Herstellern statt. Dort entstehen neue Chips, Signalverarbeitungsstrategien, Funktechnologien und Softwarelösungen, die später sowohl in Originalgeräten als auch in den entsprechenden Eigenmarken zum Einsatz kommen. Aus diesem Grund lässt sich allein anhand des Namens auf dem Gehäuse meist nicht erkennen, welche Technik tatsächlich im Hörgerät steckt.

Wie finde ich selbst heraus, was für eine Technik ich habe?

Wenn Ihr Hörakustiker auf Nachfrage keine Auskunft darüber geben kann oder möchte, welches Originalgerät hinter einer Eigenmarke steckt, können Sie dies mit etwas Recherche häufig selbst herausfinden.

Ein guter Ausgangspunkt ist ein bereits vorliegender Kostenvoranschlag oder eine Rechnung. Dort finden Sie oft eine zehnstellige Hilfsmittelnummer im Format 13.20.xx.xxxx. Die Platzhalter stehen dabei für gerätespezifische Ziffern. Diese Nummer können Sie im Hilfsmittelverzeichnis in das Feld „Positionsnummer“ eingeben. In vielen Fällen gelangen Sie so direkt zum entsprechenden Hörgerät.

Die Produktbeschreibung im Hilfsmittelverzeichnis enthält neben technischen Informationen häufig auch Hinweise auf den Hersteller oder den verantwortlichen Dachverband. Zudem werden dort oftmals weitere Bezeichnungen aufgeführt, unter denen dasselbe Hörgerät vertrieben wird. Auf diese Weise lässt sich die Verbindung zwischen Eigenmarke und Originalgerät häufig nachvollziehen.

Liegt Ihnen keine Hilfsmittelnummer vor, können Sie alternativ die Produktsuche im Hilfsmittelverzeichnis nutzen. Mit dem genauen Namen Ihres Hörgeräts lässt sich die zugehörige Hilfsmittelnummer meist ebenfalls ermitteln.

Beispiel Starkey

Das Modell Starkey Evolv AI 2400 mRIC hat die Hilfsmittelnummer 13.20.10.1012

Unter dieser Hilfsmittelnummer sind als baugleich aufgeführt:

  • Savant AI 2400 mRIC
  • Arc AI 2400 mRIC
  • ipro11.7 AI mRIC
  • KINDvitalo 5420
  • TF10-2PLUS X mRIC

Beispiel Oticon

Das Oticon More 1 miniBTE T hat die Hilfsmittelnummer 13.20.14.3911

Es wird als baugleich geführt mit folgenden Geräten:

  • ViO T42 8 T
  • Soniton Personal 1.3 miniBTE T
  • HHM F500 miniBTE T
  • KINDduro 5220CT

Das klingt Ihnen zu kompliziert?

Sie sind sich unsicher, welcher Hersteller hinter Ihrem Hörgerät steckt oder welches Originalmodell die technische Grundlage bildet? Dann unterstützen wir Sie gerne bei der Recherche.

Senden Sie uns einfach die genaue Bezeichnung Ihres Hörgeräts über unser Formular zu. Wir prüfen für Sie, welcher Hersteller dahintersteht und auf welcher Technik das Gerät basiert. So erhalten Sie schnell mehr Klarheit über Ihr Hörgerät und können die Informationen leichter einordnen.

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